Nach dem positiven Gutachten folgt noch der Behördenteil; wie lange es bis zur neuen Führerschein-Karte dauert, nennt die Führerscheinstelle. Diesen Teil bearbeitet der Behördenteil: Du beantragst bei der Führerscheinstelle die Neuerteilung, die Behörde prüft die Unterlagen und die Sperrfrist, danach wird die Fahrerlaubnis neu erteilt und die Karte produziert. Wichtig: Eine eventuelle Sperrfrist muss abgelaufen sein, bevor neu erteilt werden kann.
Das Gutachten ist die Voraussetzung — nicht schon der Führerschein
Nach Monaten Vorbereitung ist das positive Gutachten ein großer Moment. Trotzdem ist der Weg an dieser Stelle noch nicht zu Ende. Das Gutachten ist die fachliche Voraussetzung, ausgestellt wird die Fahrerlaubnis aber nicht von der Begutachtungsstelle, sondern von der Führerscheinstelle (Fahrerlaubnisbehörde). Dort musst du selbst aktiv werden — das Gutachten landet nicht automatisch bei der Behörde.
Wichtig ist auch das richtige Wort: Nach einem Entzug spricht man von einer Neuerteilung der Fahrerlaubnis, nicht von einer bloßen „Rückgabe". Die alte Fahrerlaubnis ist mit dem Entzug erloschen, du beantragst also formal eine neue. Das klingt nach Bürokratie, hat aber praktische Folgen: Es gibt einen Antrag, Unterlagen und eine Bearbeitungszeit, die du fest einplanen solltest.
Der Behördenteil in der richtigen Reihenfolge
Damit nichts ins Stocken gerät, hilft es, die Schritte zu kennen. So sieht der Weg vom positiven Gutachten bis zur fertigen Führerschein-Karte aus:
- Gutachten + Unterlagen einreichen und Neuerteilung beantragen. Bei der zuständigen Führerscheinstelle stellst du den Antrag auf Neuerteilung und reichst das positive Gutachten zusammen mit den geforderten Unterlagen ein.
- Die Behörde prüft. Sie kontrolliert, ob die Sperrfrist abgelaufen ist, ob die Unterlagen vollständig sind und ob — wenn Tatsachen Kenntnismängel nahelegen — eine Fahrerlaubnisprüfung nötig ist (§ 20 Abs. 2 FeV).
- Die Fahrerlaubnis wird neu erteilt, die Karte produziert. Sind alle Voraussetzungen erfüllt, stellt die Behörde die Fahrerlaubnis aus und die neue Karte wird hergestellt.
Die Sperrfrist muss abgelaufen sein
Bevor neu erteilt werden kann, muss die im Verfahren festgelegte Sperrfrist verstrichen sein. Wie lang sie ist, hängt vom Anlass ab. Nach Entziehung wegen 8 Punkten darf eine neue Fahrerlaubnis frühestens sechs Monate nach Wirksamkeit der Entziehung erteilt werden (§ 4 Abs. 10 StVG); bei Straftaten oder schweren Alkoholfällen kann sie deutlich länger ausfallen.
Praktisch bedeutet das: Du kannst die MPU und das Gutachten oft schon vorbereiten, während die Sperre noch läuft — die Behörde erteilt aber erst neu, wenn die Frist auch tatsächlich abgelaufen ist. Wenn du das Gutachten rechtzeitig vor Fristende in der Hand hast, geht es nach Ablauf der Sperre direkt mit der Bearbeitung weiter, statt erst dann mit der Begutachtung zu beginnen. Wie lange deine Sperre konkret läuft, steht schwarz auf weiß im Bescheid oder im Strafurteil.
Bearbeitung und Kartenproduktion
Sobald Antrag und Gutachten vorliegen und die Sperrfrist abgelaufen ist, läuft die eigentliche Behördenbearbeitung. Hier prüft die Stelle die Vollständigkeit, erteilt die Fahrerlaubnis neu und lässt die Karte produzieren. Wie lange das dauert, nennt dir die Führerscheinstelle — es hängt von ihrer Auslastung und der Vollständigkeit deiner Unterlagen ab. Wer alle geforderten Dokumente direkt komplett einreicht, vermeidet Rückfragen, die den Vorgang zusätzlich verzögern.
| Schritt nach dem Gutachten | Hinweis |
|---|---|
| Antrag + Unterlagen einreichen | einmalig, an einem Termin erledigbar |
| Behördliche Prüfung & Bearbeitung | Dauer nennt die Führerscheinstelle |
| Neuerteilung & Kartenproduktion | Dauer nennt die Führerscheinstelle |
| Behördengebühren Neuerteilung | Bundesrahmen laut GebOSt 35,70 bis 258,50 €; tatsächliche Gebühr legen Länder und Kommunen fest |
| Fahrerlaubnisprüfung | möglich, wenn Tatsachen Kenntnismängel nahelegen (§ 20 Abs. 2 FeV) |
Die genaue Bearbeitungszeit, die Gebühren und eventuelle Auflagen legt die zuständige Führerscheinstelle in deinem Verfahren fest.
Fahrerlaubnisprüfung: erneute Prüfung möglich
Ein Punkt, der viele überrascht: Die Behörde kann eine Fahrerlaubnisprüfung anordnen, wenn Tatsachen annehmen lassen, dass dir Kenntnisse oder Fähigkeiten fehlen (§ 20 Abs. 2 FeV). Eine feste Zeitgrenze, ab der das gilt, nennt das Gesetz nicht.
Ob in deinem Fall eine erneute Prüfung gefordert wird, entscheidet die zuständige Führerscheinstelle. Es lohnt sich, das früh zu klären, denn eine Prüfung kostet zusätzlich Zeit und verschiebt den Tag, an dem du wieder offiziell fahren darfst.
Häufige Fragen
Wie lange dauert es nach der MPU, bis der Führerschein zurück ist?
Nach einem positiven Gutachten stellst du bei der Führerscheinstelle den Antrag auf Neuerteilung. Wie lange Bearbeitung, Prüfung und Kartenproduktion danach dauern, nennt dir die Führerscheinstelle. Voraussetzung ist außerdem, dass eine eventuelle Sperrfrist bereits abgelaufen ist — sonst kann erst danach neu erteilt werden.
Bekomme ich mit dem positiven Gutachten sofort den Führerschein?
Nein. Das positive Gutachten ist nur die Voraussetzung. Ausgestellt wird die Fahrerlaubnis erst von der Führerscheinstelle, nachdem du dort einen Antrag auf Neuerteilung gestellt und die Unterlagen eingereicht hast. Nach einem Entzug ist es eine Neuerteilung, keine bloße Rückgabe.
Muss die Sperrfrist abgelaufen sein, bevor neu erteilt wird?
Ja. Eine vom Gericht festgelegte Sperrfrist (§ 69a StGB) muss abgelaufen sein, bevor die Behörde die Fahrerlaubnis neu erteilt; nach 8 Punkten gilt statt einer Sperre eine Frist: neu erteilt werden darf frühestens sechs Monate nach Wirksamkeit der Entziehung (§ 4 Abs. 10 StVG). Das Gutachten kannst du oft schon während der laufenden Sperre vorbereiten, erteilt wird aber erst nach Fristablauf.
Was kostet die Neuerteilung bei der Behörde?
Der Bundesrahmen der Gebührenordnung (GebOSt) reicht für die Neuerteilung nach Entziehung von 35,70 bis 258,50 Euro. Die tatsächliche Gebühr legen Länder und Kommunen im Rahmen fest. Hat die Behörde Zweifel an deinen Kenntnissen und Fähigkeiten, kann sie eine Fahrerlaubnisprüfung anordnen (§ 20 Abs. 2 FeV), die weitere Kosten und Zeit verursacht.
Quellen & weiterführende Stellen
- Begutachtungsleitlinien zur Kraftfahreignung (BASt)
- Gebührenordnung für Maßnahmen im Straßenverkehr (GebOSt), Anlage Nr. 202; Straßenverkehrsgesetz (StVG), § 4 Abs. 10
- Fahrerlaubnis-Verordnung (FeV), insb. § 20 (Neuerteilung) und § 11 (Eignung)